14.02.
Lichtdurchflutetes Zimmer am Morgen, wo ein Vogel am offenen Fenster sitzt.
War es die Lerche oder die Nachtigall?
Selten stimmt unsere Wahrnehmung überein.
Welche Farbe hat der Mond?
Hat es heute geregnet?
War das Häme oder Freundlichkeit?
Warum hast du geweint?
Sollten wir doch die Zeichensprache benutzen in Vorausnahme verselbstständigter fehlgelaufener Kommunikation, zur Erhaltung heiliger, müder Harmonie?

Wo die Liebe siegt, da bin ich platt, so habe ich mir das vorgestellt. Das Kleingedruckte habe ich bis heute nicht gelesen. Ich wüßte auch nicht, wo.
Würde nur wirklich gerne verstehen, was passiert, wenn zwei sich zusammen tun. Die Seelen sehen, die da lieben und warum die manchmal die Hölle sind, und immer noch Seelen, die sich lieben unerschütterlich.
Der Rest geschieht vordergründig. Wie in einem Spiegelkabinett springt meine Angst mich an, springt zurück, schneidet Grimassen und zieht mich runter in längst verdrängte Vergangenheit, spult alte Filme, alte ewig ungestillte Sehnsucht bis zum Erbrechen, bis zum abwinken. Laß sein!

Der Film läuft aus. Die Rolle brennt. Rauch beizt alte Schichten weg, dergleichen alle schüchterne Harmonie, verglühen die Kriege, die heißen, die Hemmungen, dieselben alten `Ich´s, mein immer gleiches schlechtes Bild von mir. Wie vermessen das ist.
Der Vorführer flieht, nehme ich an, und dann fackelt der ganze Laden ab.
Vielleicht steht auf der Leinwand noch ein eingeschweißter `The End´ Kuß - von unsagbar schönen Menschen, die keinen Alltag kennen, nur große Gefühle. Die haben kein `Ich´, das sich ständig neu formulieren muß, bleiben Marionetten, - der verglimmt zuletzt.

Leg die Rahmenhandlung fest und komm in mein Bett.
Ich fürchte, ich muß einfach mit allem rechnen: daß gläseren Träume aufblitzen und wahr werden, zerschellen. Abgründe Fata Morganen gleich vorbeizockeln. Türen sich schließen, andere gehen auf. Daß wir Ballast abwerfen und tatsächlich fliegen.
Am Ende sehe ich uns immer als gelassene Bettler im Straßenstaub. Manchmal treffen wir uns dann und teilen den Wein und halten uns immer noch gerne an der Hand.
Fängt da die Weisheit an? Oder bin ich wieder nur davongelaufen?

Dazwischen liegen noch ein paar Jahre, die ich leben muß.
Will nicht mehr hoffen. Nicht mehr sehnen. Kann meinen eigenen Scheiß nicht mehr hören und für deinen bin ich auch zu bequem und zu müde.
Ich weiß, daß das was ich gerne wagen würde, etwas mit Verläßlichkeit zu tun hat, mit einer Gewißheit, die sich die Freiheit genommen hat, sich zu entscheiden und hoffe, daß in der Entscheidung die Freiheit liegt, die alle dagewesenen Plänkeleien in den Schatten stellt, die sich Freiheit nannten, in der Illusion jederzeit gehen zu können.